Die Soubrette ist eine Charge der Kammerzofe, eine Sängerin heiterer Rollen in Opern und Operetten. Ah, die Macht des Onomatopoetischen!
Sonntag, 26. Oktober 2008
Das Wort aus Wien
Soubrette - der Bürgermeister von Wien ist gestorben, seine Frau war Soubrette, wie ich seinem Nachruf entnahm. Soubrette - das kann keine Käsesorte sein, generell nicht der Name von Backwaren, sicherlich nicht der Name einer Automarke. Auch ein Spezialhammer wird nicht Soubrette heißen, kein Kaffee seinen Namen tragen. Soubrette hat etwas von Salon, es hat etwas leichtes, scheint per Assoziation geistesverwandt mit Stuck, doch Roccoco scheint zu schwer, zu alt.
Warum Soloquium?
Während ich lese, betont dann und wann meine innere Stimme Wörter, die schön sind. Schön und selten, da nicht mehr modern. Wie beispielsweise das schöne Wort: "Majuskel" und sein kleiner Bruder "Minuskel". Worte, die nicht kommen und gehen, Worte, die durch Klang, Herkunft, Komposition und Gebrauch Geschichten erzählen - in kürzstmöglichster Form.
Was ist Leben, wenn nicht eine Erzählung - je weniger Nuancen, Farben, Klänge und Kompositionen eine Sprache hat, desto gleichförmiger, konformer, desto langweiliger wird sie.
Das Anliegen, mit dem ich dieses Blogs starte, ist, die Schönheit der Sprache zu entdecken und zu dokumentieren. Dieses Blog wird aktualisiert, muß es aber nicht.
Ich nehme gerne Vorschläge für Wortentdeckungen entgegen - wenn möglich, bitte mit der Entdeckungsgeschichte.
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